Siebenschläfer 2019

Der 27. Juni ist ein wichtiges Datum im Kalender jedes Bauern. Nicht ohne Grund nehmen eine Vielzahl von Bauernregeln Bezug auf den sogenannten Siebenschläfertag. Anders als viele vermuten, hat der Siebenschläfertag nichts mit dem gleichnamigen Nagetier zu tun. Stattdessen geht der Name dieses Tages auf eine Heiligenlegende zurück, die sowohl im Christentum, als auch im Islam von Bedeutung ist.

1.) Datum des Siebenschläfertages

Siebenschläfertag ist am Donnerstag, 27. Juni 2019


2.) Hintergrund des Siebenschläfertags

Die besagte Legende geht zurück auf die Verfolgung von sieben Gläubigen, die sich in einer Höhle bei Ephesus vor dem römischen Kaiser Decius versteckt hielten. Dieser hatte verlangt, dass die Gläubigen den heidnischen Göttern opferten. Sie bekannten sich jedoch zu ihrem einzigen Gott. Nachdem die Sieben geflohen waren, ließ Decius nach ihnen suchen und konnte schließlich die Höhle ausfindig machen, wo die sieben Gläubigen eingeschlafen waren. Er wollte sie lebendig begraben und ließ die Höhle mit einem großen Stein versperren. Gott wachte jedoch über die Gläubigen und versetzte sie in einen langen Schlaf, der über mehrere Jahrhunderte andauerte. Als die Sieben schließlich nach all der Zeit wiederentdeckt wurden und erwachten, war ein anderer Machthaber tätig. Überwältigt von der Geschichte ließ der neue Kaiser über der Höhle eine Kirche errichten. Kurz nachdem die Gläubigen aus ihrem langen Schlaf erwacht waren, schliefen sie endgültig ein.

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3.) Der Siebenschläfertag in der Meteorologie

Basierend auf der Legende gibt es einige Bauernregeln, die auf den langen, stabilen Schlaf der Gläubigen anspielen, etwa: „Wenn die Siebenschläfer Regen kochen, so regnet’s vier ganze Wochen“ oder „Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen lang so bleiben mag“. Tatsächlich ist an den Regeln vom stabilen Wetter etwas dran. Der Zeitraum um den Siebenschläfertag gilt daher als meteorologische Singularität, also eine Witterungseigenartigkeit mit hoher statistischer Wahrscheinlichkeit. Statistiken konnten zeigen, dass die Wetterlage um die erste Juliwoche herum sehr stabil ist. Tatsächlich fiel auch einst der Siebenschläfertag in diesen Zeitraum, nämlich auf den 7. Juli. Die Bauernregeln haben nämlich ihren Ursprung deutlich vor der gregorianischen Kalenderreform von 1582. Lang anhaltende Regen um den Siebenschläfertag entsteht dann, wenn das Islandtief und das Azorenhoch in dieser Zeit aufeinandertreffen. Umgekehrt kann sich auch eine warme, sonnige Wetterlage halten, wenn der Jetstream im Norden die Tiefdruckgebiete nach Nordeuropa ablenkt. Die Bauernregeln können jedoch auf Norddeutschland im Normalfall nicht angewendet werden.

Die sieben Brüder riefen Gott um Hilfe an, der sie in einen tiefen Schlaf fallen ließ, der fast 200 Jahre dauerte. Als sie wieder erwachten wurden Christen nicht mehr verfolgt.

4.) Bauernregeln zum Siebenschläfertag:

  • Der Siebenschläferregen, der bringt dem Lande keinen Segen
  • Ist der Siebenschläfer nass, regnet es ohne Unterlass
  • Siebenschläfer Regen – sieben Wochen Regen
  • Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag
  • Wenn’s am Siebenschläfer regnet, sind wir sieben Wochen mit Regen gesegnet.
  • Wie’s Wetter am Siebenschläfertag, so der Juli werden mag.
  • Wenn die Siebenschläfer Regen kochen, dann regnets ganze sieben Wochen.
  • Regnet’s am Siebenschläfertag, der Regen sieben Wochen nicht weichen mag.
  • Wie das Wetter am Siebenschläfertag sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt
  • Werden die sieben Schläfer nass, regnet’s noch lange Fass um Fass.Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag.

Eisheilige 2016 – Wann waren die Eisheiligen

Die Tage der „Eisheiligen“ finden regional unterschiedlich an 3 bis 5 Tagen, vom 11 bis zum 15. Mai statt. Die Bezeichnung „Eisheilige“ geht auf alte Bauernregeln zurück, bzw. die mit den verbundenen Schutzheiligen, die an diesen Tagen Namenstagen haben.

Die Eisheiligen sind unter dem Namen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia von Rom bekannt.

Mamertus – Mittwoch, 11. Mai 2016
Pankratius – Donnerstag, 12. Mai 2016
Servatius – Freitag, 13. Mai 2016
Bonifatius – Samstag, 14. Mai 2016
Kalte Sophie – Sonntag, 15. Mai 2016

Da sich die alten Bauernregeln auf den Julianischen Kalender beziehen und sich seit der Gregorianischen Kalenderreform 1582 die Daten verschoben haben, finden heutzutage die Kälteeinbrüche um mehr als eine Woche nach hinten verschoben statt, also erst ab ungefähr dem 20. Mai.

Die Namenstage der Heiligen sind aber dennoch auf ihren alten Platz im Kalender verblieben.

Wer sind die Eisheiligen

Eine kurze Einführung zu allen fünf Eisheiligen

Mamertus – Mittwoch, 11. Mai 2016

Mamertus war ein katholischer Bischof, der um 400 nach Christus in Lyon geboren wurde und am 11. 05. 477 in Gallien starb. Er galt als umfassend gebildet. Um 461 wurde er Erzbischof von Vienne, das nahe Lyon liegt. Nach erheblichen Zerstörungen in seinem Erzbistum führte Mamertus die drei Bittgänge ein, die auch heute noch vor dem Fest Christi Himmelfahrt durchgeführt werden. Der Überlieferung nach soll der Erzbischof auch öfters Wunder vollbracht haben, wie zum Beispiel eine Feuerbrunst zu stoppen. Er wird bei Fiebererkrankungen, großen Dürren und Erkrankungen der Brust um Beistand angerufen. Seine Attribute sind die Mitra, der Bischofsstab und eine brennende Kerze.

Pankratius – Donnerstag, 12. Mai 2016

Der heilige Pankratius wurde um 290 in Phrygien (Zentral-Kleinasien, heutigen Türkei) geboren. Er starb um 304 als junger römischer Märtyrer der frühen Kirche in Rom. Sein Name bedeutet „Der Alles Besiegende“. Auf Darstellungen ist er des Öfteren in feinen Kleidern oder auch in einer Ritterrüstung zu sehen. Des Weiteren trägt er ein Schwert, eine Märtyrerkrone und einen Palmwedel.

Servatius – Freitag, 13. Mai 2016

Den Legenden nach war Servatius Bischof des in dem heutigen Belgien gelegenen Bistums Tongern. Servatius lebte demnach von 340 bis 384 nach Christus. Er soll den Hunneneinfall in Europa vorhergesagt haben, der tatsächlich um 450 stattfand. Angeblich wurde er mit einem Holzschuh erschlagen. Er wurde schließlich in Maastricht begraben. Üblicherweise wird bei Fußkrankheiten, Frostschäden und Rattenplagen um seinen Beistand gebeten. Seine Attribute sind der Holzschuh, ein Schlüssel, ein Drache und ein Adler.

Bonifatius von Tarsus – Samstag, 14. Mai 2016

Überlieferungen nach wurde Bonifatius in Rom geboren und starb wohl um 306 in der heutigen Türkei. Angeblich war er anfangs kein Christ, sollte aber christliche Reliquien aus Tarsus in der heutigen Türkei nach Rom überbringen. Dort erlebte er mit, wie Christen verfolgt werden und ließ sich aus Empathie ebenfalls taufen. Er stand zu seinem Glauben und wurde schließlich dafür durch siedendes Pech hingerichtet. Nach seinem Tod wurde sein Leichnam nach Rom zurückgebracht. Sein Name bedeutet so viel wie „der gutes Geschick verheißende“. Auf Darstellungen sieht man ihn meist als Jüngling oder Greis, der in siedendem Pech gemartert wird.

Sophia von Rom – Sonntag, 15. Mai 2016

Auch als „kalte Sophie“ bekannt, ist Sophia von Rom die letzte der fünf Eisheiligen. Sie starb um 304 nach Christus als frühchristliche jungfräuliche Märtyrerin. Teile ihrer Reliquien wurde nach Straßburg gebracht. Andere liegen unter der Kirche Santi Silvestro e Martino ai Monti in Rom vergraben. Die heilige Sophia von Rom wird oftmals gegen Spätfröste angerufen und um eine gute Ernte zu erbitten. Sie ist oftmals mit Trog und Schwert, aber auch mit einem Palmwedel und einem Buch auf Darstellungen zu sehen.

 

Eisheiligesind nicht nur ein Phänomen im deutschsprachigen Raum, auch in anderen Ländern in Europa und selbst an der US Ostküsten sind die Tage bekannt:

Hier die Übersetzungen aus den anderen Ländern:

  • Saints de glace: Frankreich
  • Ledeni Sveci: Kroatien
  • fagyosszentek: Ungarn
  • santi di ghiaccio: Italien
  • Zimni ogrodnicy: Polen
  • Järnnatt: Schweden
  • Jernnettene: Norwegen
  • sfinţii de gheaţă: Rumänien
  • Ice Saints: Englisch

Bauernregeln zu den Eisheiligen:

  • Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist.
  • Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.
  • Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
  • Servaz muss vorüber sein, will man vor Nachtfrost sicher sein.
  • Pankrazi, Servazi und Bonifazi, sind drei frostige Bazi. Und zum Schluss fehlt nie, die Kalte Sophie.
  • Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder.
  • Pflanze nie vor der Kalten Sophie. Mamerz hat ein kaltes Herz.

 

 

Eisheilige 2015

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Eisheilige 2015

Die Tage der „Eisheiligen“ finden regional unterschiedlich an 3 bis 5 Tagen, vom 11 bis zum 15. Mai statt. Die Bezeichnung „Eisheilige“ geht auf alte Bauernregeln zurück, bzw. die mit den verbundenen Schutzheiligen, die an diesen Tagen Namenstagen haben.

Meteorologisch betrachtet kann dies damit erklärt werden, dass ab Anfang Mai die Temperaturen am europäischen Festland meistens bereits recht hoch sind. Der Kontinent erwärmt sich zu diesem Zeitpunkt sehr schnell. Da sich das Meer allgemein langsamer erwärmt als der Kontinent, kommt es zu Temperaturdifferenzen zwischen Festland und Ozean: Es entstehen Tiefdruckgebiete. Die Luftmassen verschieben sich und die warmen Luftströmungen des Festlands ziehen nach Norden. Dadurch werden wiederum eiskalte Luftströmungen aus den Polargebieten auf das Festland gedrückt. Sind die Nächte sternenklar, kann es auch teils zu Nachtfrost kommen.

Die Eisheiligen sind unter dem Namen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia von Rom bekannt.

Mamertus – Montag, 11. Mai 2015
Pankratius – Dienstag, 12. Mai 2015
Servatius – Mittwoch, 13. Mai 2015
Bonifatius – Donnerstag, 14. Mai 2015
Kalte Sophie – Freitag, 15. Mai 2015

Da sich die alten Bauernregeln auf den Julianischen Kalender beziehen und sich seit der Gregorianischen Kalenderreform 1582 die Daten verschoben haben, finden heutzutage die Kälteeinbrüche um mehr als eine Woche nach hinten verschoben statt, also erst ab ungefähr dem 20. Mai.

Die Namenstage der Heiligen sind aber dennoch auf ihren alten Platz im Kalender verblieben.

Wer sind die Eisheiligen

Eine kurze Einführung zu allen fünf Eisheiligen

Mamertus – Montag, 11. Mai 2015

Mamertus war ein katholischer Bischof, der um 400 nach Christus in Lyon geboren wurde und am 11. 05. 477 in Gallien starb. Er galt als umfassend gebildet. Um 461 wurde er Erzbischof von Vienne, das nahe Lyon liegt. Nach erheblichen Zerstörungen in seinem Erzbistum führte Mamertus die drei Bittgänge ein, die auch heute noch vor dem Fest Christi Himmelfahrt durchgeführt werden. Der Überlieferung nach soll der Erzbischof auch öfters Wunder vollbracht haben, wie zum Beispiel eine Feuerbrunst zu stoppen. Er wird bei Fiebererkrankungen, großen Dürren und Erkrankungen der Brust um Beistand angerufen. Seine Attribute sind die Mitra, der Bischofsstab und eine brennende Kerze.

Pankratius – Dienstag, 12. Mai 2015

Der heilige Pankratius wurde um 290 in Phyrgien geboren, was in der heutigen Türkei liegt. Er starb um 304 als junger römischer Märtyrer der frühen Kirche in Rom. Sein Name bedeutet „Der Alles Besiegende“. Auf Darstellungen ist er des Öfteren in feinen Kleidern oder auch in einer Ritterrüstung zu sehen. Des Weiteren trägt er ein Schwert, eine Märtyrerkrone und einen Palmwedel.

Servatius – Mittwoch, 13. Mai 2015

Den Legenden nach war Servatius Bischof des in dem heutigen Belgien gelegenen Bistums Tongern. Servatius lebte demnach von 340 bis 384 nach Christus. Er soll den Hunneneinfall in Europa vorhergesagt haben, der tatsächlich um 450 stattfand. Angeblich wurde er mit einem Holzschuh erschlagen. Er wurde schließlich in Maastricht begraben. Üblicherweise wird bei Fußkrankheiten, Frostschäden und Rattenplagen um seinen Beistand gebeten. Seine Attribute sind der Holzschuh, ein Schlüssel, ein Drache und ein Adler.

Bonifatius von Tarsus – Donnerstag, 14. Mai 2015

Überlieferungen nach wurde Bonifatius in Rom geboren und starb wohl um 306 in der heutigen Türkei. Angeblich war er anfangs kein Christ, sollte aber christliche Reliquien aus Tarsus in der heutigen Türkei nach Rom überbringen. Dort erlebte er mit, wie Christen verfolgt werden und ließ sich aus Empathie ebenfalls taufen. Er stand zu seinem Glauben und wurde schließlich dafür durch siedendes Pech hingerichtet. Nach seinem Tod wurde sein Leichnam nach Rom zurückgebracht. Sein Name bedeutet so viel wie „der gutes Geschick verheißende“. Auf Darstellungen sieht man ihn meist als Jüngling oder Greis, der in siedendem Pech gemartert wird.

Sophia von Rom – Freitag, 15. Mai 2015

Auch als „kalte Sophie“ bekannt, ist Sophia von Rom die letzte der fünf Eisheiligen. Sie starb um 304 nach Christus als frühchristliche jungfräuliche Märtyrerin. Teile ihrer Reliquien wurde nach Straßburg gebracht. Andere liegen unter der Kirche Santi Silvestro e Martino ai Monti in Rom vergraben. Die heilige Sophia von Rom wird oftmals gegen Spätfröste angerufen und um eine gute Ernte zu erbitten. Sie ist oftmals mit Trog und Schwert, aber auch mit einem Palmwedel und einem Buch auf Darstellungen zu sehen.

 

Eisheilige sind nicht nur ein Phänomen im deutschsprachigen Raum, auch in anderen Ländern in Europa und selbst an der US Ostküsten  sind die Tage bekannt: 

Hier die Übersetzungen aus den anderen Ländern:

  • Saints de glace: Frankreich
  • Ledeni Sveci: Kroatien
  • fagyosszentek: Ungarn
  • santi di ghiaccio: Italien
  • Zimni ogrodnicy: Polen
  • Järnnatt: Schweden
  • Jernnettene: Norwegen
  • sfinţii de gheaţă: Rumänien
  • Ice Saints: Englisch

Bauernregeln zu den Eisheiligen:

  • Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist.
  • Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.
  • Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
  • Servaz muss vorüber sein, will man vor Nachtfrost sicher sein.
  • Pankrazi, Servazi und Bonifazi, sind drei frostige Bazi. Und zum Schluss fehlt nie, die Kalte Sophie.
  • Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder.
  • Pflanze nie vor der Kalten Sophie. Mamerz hat ein kaltes Herz.

Eisheilige 2014 – Wann sind die Eisheiligen

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Eisheilige, Illustration von Julia Gingras

Die Tage der „Eisheiligen“ finden regional unterschiedlich an 3 bis 5 Tagen Mitte Mai statt. Die Bezeichnung „Eisheilige“ geht auf mehrere alte Bauernregeln zurück. Die erste besagt, dass es zu dieser Zeit einen Kälteeinbruch und Nachtfröste geben wird. Laut einer weiteren Bauernregel soll man aus diesem Grund mit der Aussaat von Schösslingen bis zu der Zeit nach den kalten Tagen warten. Wenn die Eisheiligen frostfrei vorüber gehen, kann auf eine reiche Ernte gehofft werden. Ist das Wetter während der ersten drei Eisheiligen schön, kann gemäß einer anderen Bauernregel auch auf einen schönen Herbst gehofft werden. Und eine letzte Bauernregel stellt abschließend fest, dass Mitte Mai der Winter vorbei ist.

Meteorologisch betrachtet kann dies damit erklärt werden, dass ab Anfang Mai die Temperaturen am europäischen Festland meistens bereits recht hoch sind. Der Kontinent erwärmt sich zu diesem Zeitpunkt sehr schnell. Da sich das Meer allgemein langsamer erwärmt als der Kontinent, kommt es zu Temperaturdifferenzen zwischen Festland und Ozean: Es entstehen Tiefdruckgebiete. Die Luftmassen verschieben sich und die warmen Luftströmungen des Festlands ziehen nach Norden. Dadurch werden wiederum eiskalte Luftströmungen aus den Polargebieten auf das Festland gedrückt. Sind die Nächte sternenklar, kann es auch teils zu Nachtfrost kommen.

Die Eisheiligen finden vom 11. Mai bis zum 15. Mai statt.  Sie sind unter dem Namen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia von Rom bekannt.

Mamertus – 11. Mai 2014
Pankratius – 12. Mai 2014
Servatius – 13. Mai 2014
Bonifatius – 14. Mai 2014
Kalte Sophie – 15. Mai 2014

Da sich die alten Bauernregeln auf den Julianischen Kalender beziehen und sich seit der Gregorianischen Kalenderreform 1582 die Daten verschoben haben, finden heutzutage die Kälteeinbrüche um mehr als eine Woche nach hinten verschoben statt, also erst ab ungefähr dem 20. Mai.

Die Namenstage der Heiligen sind aber dennoch auf ihren alten Platz im Kalender verblieben.

Wer sind die Eisheiligen

Eine kurze Einführung zu allen fünf Eisheiligen

Mamertus – 11. Mai

Mamertus war ein katholischer Bischof, der um 400 nach Christus in Lyon geboren wurde und am 11. 05. 477 in Gallien starb. Er galt als umfassend gebildet. Um 461 wurde er Erzbischof von Vienne, das nahe Lyon liegt. Nach erheblichen Zerstörungen in seinem Erzbistum führte Mamertus die drei Bittgänge ein, die auch heute noch vor dem Fest Christi Himmelfahrt durchgeführt werden. Der Überlieferung nach soll der Erzbischof auch öfters Wunder vollbracht haben, wie zum Beispiel eine Feuerbrunst zu stoppen. Er wird bei Fiebererkrankungen, großen Dürren und Erkrankungen der Brust um Beistand angerufen. Seine Attribute sind die Mitra, der Bischofsstab und eine brennende Kerze.

Pankratius – 12. Mai

Der heilige Pankratius wurde um 290 in Phyrgien geboren, was in der heutigen Türkei liegt. Er starb um 304 als junger römischer Märtyrer der frühen Kirche in Rom. Sein Name bedeutet „Der Alles Besiegende“. Auf Darstellungen ist er des Öfteren in feinen Kleidern oder auch in einer Ritterrüstung zu sehen. Des Weiteren trägt er ein Schwert, eine Märtyrerkrone und einen Palmwedel.

Servatius – 13. Mai

Den Legenden nach war Servatius Bischof des in dem heutigen Belgien gelegenen Bistums Tongern. Servatius lebte demnach von 340 bis 384 nach Christus. Er soll den Hunneneinfall in Europa vorhergesagt haben, der tatsächlich um 450 stattfand. Angeblich wurde er mit einem Holzschuh erschlagen. Er wurde schließlich in Maastricht begraben. Üblicherweise wird bei Fußkrankheiten, Frostschäden und Rattenplagen um seinen Beistand gebeten. Seine Attribute sind der Holzschuh, ein Schlüssel, ein Drache und ein Adler.

Bonifatius von Tarsus – 14. Mai

Überlieferungen nach wurde Bonifatius in Rom geboren und starb wohl um 306 in der heutigen Türkei. Angeblich war er anfangs kein Christ, sollte aber christliche Reliquien aus Tarsus in der heutigen Türkei nach Rom überbringen. Dort erlebte er mit, wie Christen verfolgt werden und ließ sich aus Empathie ebenfalls taufen. Er stand zu seinem Glauben und wurde schließlich dafür durch siedendes Pech hingerichtet. Nach seinem Tod wurde sein Leichnam nach Rom zurückgebracht. Sein Name bedeutet so viel wie „der gutes Geschick verheißende“. Auf Darstellungen sieht man ihn meist als Jüngling oder Greis, der in siedendem Pech gemartert wird.

Sophia von Rom – 15. Mai

Auch als „kalte Sophie“ bekannt, ist Sophia von Rom die letzte der fünf Eisheiligen. Sie starb um 304 nach Christus als frühchristliche jungfräuliche Märtyrerin. Teile ihrer Reliquien wurde nach Straßburg gebracht. Andere liegen unter der Kirche Santi Silvestro e Martino ai Monti in Rom vergraben. Die heilige Sophia von Rom wird oftmals gegen Spätfröste angerufen und um eine gute Ernte zu erbitten. Sie ist oftmals mit Trog und Schwert, aber auch mit einem Palmwedel und einem Buch auf Darstellungen zu sehen.

 

 Eisheilige sind nicht nur ein Phänomen im deutschsprachigen Raum, auch in anderen Ländern in Europa und selbst an der US Ostküsten  sind die Tage bekannt: 

Hier die Übersetzungen aus den anderen Ländern:

  • Saints de glace: Frankreich
  • Ledeni Sveci: Kroatien
  • fagyosszentek: Ungarn
  • santi di ghiaccio: Italien
  • Zimni ogrodnicy: Polen
  • Järnnatt: Schweden
  • Jernnettene: Norwegen
  • sfinţii de gheaţă: Rumänien
  • Ice Saints: Englisch

Bauernregeln zu den Eisheiligen:

  • Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist.
  • Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.
  • Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
  • Servaz muss vorüber sein, will man vor Nachtfrost sicher sein.
  • Pankrazi, Servazi und Bonifazi, sind drei frostige Bazi. Und zum Schluss fehlt nie, die Kalte Sophie.
  • Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder.
  • Pflanze nie vor der Kalten Sophie. Mamerz hat ein kaltes Herz.